Dabu Fantastic - Wir sprachen mit Dabu Bucher
Dabu Bucher
Wir trafen Dabu Bucher von Dabu Fantastic zum Interview. Dabu, neuer Stern am Schweizer Mundarthimmel, sprach mit uns über den Swiss Music Award, das Ten Sing, Luca Hänni und vieles mehr.
Cevi Schweiz: Hallo Dabu! Wie geht’s?
Ja eigentlich gut danke, etwas streng zurzeit. Es ist eine sehr spannende Zeit, in der es viel neues zu entdecken gibt. Bei mir ist's immer so: wenn viel läuft geht’s mir gut und wenn weniger läuft, dann ist’s weniger gut.
Bei Euch ist in den letzten Monaten viel gegangen, viele Konzerte, dann habt ihr den Swiss Music Award in der Kategorie «Best Talent» gewonnen, Anfang April gab's einen Bericht von Glanz & Gloria, um ein paar wenige Ereignisse zu nennen. Was waren deine persönlichen Highlights?
Wenn ich zurückdenke sind es immer die persönlichen Dinge, die mir in Erinnerung bleiben. Die „Bling Bling Dinge“ sind schön, aber nicht immer zentral. Was es bei der aktuellen CD einige Male gab und für mich eines der grössten Komplimente ist, sind Leute, die auf mich zukommen und sagen: „Eure CD hat mir in einer schwierigen Zeit geholfen.“ Auch der Swiss Music Award (SMA) war ein Highlight, vor allem weil es ein Publikumsvoting war. Das bedeutet mir sehr viel. Zudem kommen mit dem Frauenfeld Openair und dem Openair in St. Gallen Events, die wir spielen können von denen ich schon lange geträumt habe.
Hat sich dein Leben seit dem Anstieg eurer Bekanntheit verändert?
Ich habe das Gefühl mein Leben ist sich konstant am Verändern und wenn nicht, wäre dies nicht gut. Ich finde, dass Dinge, die sich nicht verändern, tot sind. Aber die Trennung einer langjährigen Freundin ist eine viel markantere Veränderung als das Gewinnen des SMA. Was wir merken ist, dass vieles im Musikgeschäft zurzeit einfacher geht. Vor einiger Zeit war es noch ein Kampf gegen Windmühlen und zurzeit rennen wir offene Türen ein.
Spürst du auch die Gefahr nicht am Boden zu bleiben?
Ja, ich spüre es von zwei Seiten. Zum einen von mir selber. Das Gefühl vor Leuten zu stehen, die dir zujubeln ist ein tolles Gefühl, verführt jedoch auch. Man hat schnell das Gefühl dies bleibe für immer so bestehen. Um dem Gegensteuer zu geben war ich gerade kürzlich wieder für eine Woche in den Bündner Bergen, ganz für mich alleine. Dies half mir, mich mit mir selbst zu befassen, Musik zu schreiben und zu realisieren, dass mir vieles auch nicht gelingt. Die zweite Seite sind andere Personen: Es gibt Personen, die nachdem ich zwei Tage ihr SMS nicht beantwortet haben schon sagen: „Warum hast du keine Zeit für mich?“ Ich war schon immer einer, der SMS zwei Tage unbeantwortet liess, wenn ich keine Lust oder Zeit hatte, aber die Leute interpretieren es jetzt anders.
Für viele Leute scheint ein Award oder ein Auftritt am Frauenfeld Openair ein grosser Schritt zu sein, was es ja auch ist. Wir arbeiten jedoch seit 5 Jahren konstant daran. Daher wirken für uns diese Schritte nicht so riesig.
Woher nimmst du die Inspiration für deine Songs?
Ein Aspekt ist, dass ich immer etwas zu schreiben dabei habe. Wann immer eine Idee kommt, muss ich sie festhalten, wenn nicht, ist sie schon bald wieder vergessen.
Es gibt noch zwei zusätzliche Aspekte: Wenn viele Gefühle vorhanden sind, ob positive oder negative, dann setze ich mich hin und schreib ein Lied dazu. Oder ich schnappe irgendwo einen Satz auf und mache daraus einen Song. Andere Menschen inspirieren mich, daher fällt es mir einfacher zu Ideen zu kommen wenn ich viele Leute um mich habe.
Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen?
Wenn wir es schaffen mit einem Konzert den Leuten einen guten Abend zu bescheren, dann haben wir schon extrem viel erreicht. Wir finden es ebenfalls toll die Gesellschaft von Zeit zu Zeit auf die Schippe zu nehmen. Wir machen uns aber auch gerne über uns selbst lustig. Man darf nicht immer alles übertrieben ernst nehmen.
Kommen wir auf das TenSing zu sprechen. Wie bist du ins Ten Sing gekommen?
Ich habe lange Jungschi gemacht und war dann ein Quereinsteiger. Ich wurde angefragt, ob ich einen Sampling Workshop machen könnte. Ich sagte einfach mal ja. Ich ging, kannte niemanden aber nach einem Tag war bereits klar, hier werde ich länger bleiben. Die Lager inspirierten mich, alle Leute arbeiten den ganzen Tag kreativ. Ich arbeitete dann auch noch als Jugendarbeiter für das Ten Sing Uetikon und habe während dem Zivildienst das Ten Sing Uster neu aufgebaut. Ten Sing ist auch etwas, das mir hilft auf dem Boden zu bleiben. Ich helfe nach wie vor in Ten Sing Lager mit und wenn ich da was falsch mache, werden mir die Leviten gelesen; im Musik-Business passiert so etwas eher selten, da sind die Leute immer nett zueinander. Ich ging schon mehrmals von einer Bergwärts Kompaktwoche nach Hause und war komplett geerdet.
Hat dich das Ten Sing auch musikalisch weitergebracht?
Es war ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Ich konnte einige Akzente setzen, lernte jedoch auch. Ich konnte vorher keine Chöre leiten oder Chor Arrangements schreiben, hatte nur wenig Erfahrung mit Gesang von Jugendlichen oder mit Bandleitung und das habe ich alles gelernt. Auch hat es inspirierende und extrem qualifizierte Leute im Ten Sing, was mich auch weiterbrachte.
Wenn du das Ten Sing in drei Schlagwörtern beschreiben müsstest, welche wären das?
Was mir sehr gefällt ist, dass es von Jugendlichen für Jugendliche ist. Zweitens ist es eine extrem tolerante Bewegung was Menschen anbelangt. Als drittes ist es eine unglaubliche positive Energie, die in einem Lager entstehen kann wenn viele junge Leute zusammen Musik machen.
Wie stehst du gegenüber dem christlichen Glaube?
In der Ten Sing Bewegung und im Cevi allgemein herrscht eine schöne Grundhaltung: Es ist nicht selbstverständlich, dass alles so ist, wie es ist. Man macht sich Gedanken darüber, warum Dinge so sind, wie sie sind, was man in vielen anderen Vereinen nicht macht. Man kommt mit den Leuten im Ten Sing extrem schnell in die Tiefe. Persönlich bezeichne ich mich als Teilzeitchristen oder als „schlechten“ Christen. Für mich spielt Gott eine wichtige Rolle im Leben aber ein Glaube, der die Bibel und Jesus Christus bedingungslos anerkannt kann ich nicht leben. Es gibt Abende an denen ich danke sage, weil ich merke, dass nichts selbstverständlich ist. Auch gibt es jedoch Abende an denen mir dies egal ist.
Was sind deine Träume für die Zukunft?
Mein Traum mit der Musik ist, das ganze Leben lang Konzerte zu spielen. Wenn ich das schaffe, hat sich ein grosser Traum erfüllt.
Was würdest du einem junger Musiker, der berühmt werden will mit auf den Weg geben?
Sei stolz auf dich, wenn du etwas erreicht hast, aber bleibe auch immer kritisch gegenüber dir selbst und schau, wie du dich verbessern kannst. Ebenfalls muss man sich bewusst sein, wenn man wirklich etwas erreichen will, braucht dies 10 Jahre harte Arbeit. Ich denke, dies macht ein Luca Hänni vergessen; so schnell geht es normalerweise nicht. Man wird wahrscheinlich sehen, dass es nach 2 Monaten wieder vorbei sein wird bei ihm. Überleg dir gut, ob du so viel Liebe hast für die Musik, dass du es 10 Jahre aushältst. Ist es dir wert, dass auch Beziehungen daran kaput gehen?
Vielen Dank.
Die neuste CD von Dabu Fantastic heisst «Disco Titanic» und ist seit November 2011 überall erhältlich.