aArchiv_Cevi-Konferenz 2010: «Häsch Problem, Mann!»

Der Cevi Schweiz leistet Gewaltprävention: Am UNO-Tag der Kinderrechte hat er eine nationale Konferenz zu Erscheinungsformen, Hintergründen und Präventionsmöglichkeiten von Jugendgewalt und Mobbing im Jugendfreizeitbereich durchgeführt. Rund 130 Menschen aus Schweizer Jugend- und Sportverbänden trafen sich am 20. November 2010 in Zürich zur Cevi-Konferenz unter dem Titel: «Häsch Problem, Mann?!»
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Jugendgewalt und Mobbing sind immer wieder in den Medien. Es scheint, dass der Umgang unter Jugendlichen härter geworden sei. Im Gegensatz zur offenen Gewalt geschieht Mobbing meist im Versteckten und ist schwer zu fassen. Einem Opfer werden keine äusserlichen Verletzungen angesehen, weshalb man dem Opfer oft nicht glaubt. Im Cevi setzen wir uns für die seelische und körperliche Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen ein und machen uns stark für Prävention. Kann Mobbing dennoch im Cevi geschehen? Wir sind überzeugt: Mobbing passiert überall.
Nach der Begrüssung durch Co-Präsident Stefan Broder und dem einleitenden Fachreferat von Friedencoach und J+S-Referent Urs Urech sowie einem Podiums-Gespräch diskutierten die Teilnehmenden mit Experten Ansätze, wie sie in der Kinder- und Jugendarbeit Mobbing eindämmen und Gewaltfreiheit fördern können. Hinschauen, Mobbing erkennen und unterbrechen, heisst das Fazit
Wahrnehmen, ansprechen, eingreifen und begleiten
Die Konferenz legte einen Grundstein zum mobbingfreien Umgang im Freizeitbereich von Kindern und Jugendlichen. Friedencoach Urech forderte die Teilnehmenden zum selbstkritischen Nachdenken heraus: Was macht mich gewalttätig? Wie fühle ich mich als Zeuge? Was brauchen Opfer? Urech verdeutlichte die fatale Innensicht der Opfer: «Alle sind gegen mich.» Deshalb sei es wichtig, die Mobbingdynamik zu verstehen – sowohl aus Täter-, Opfer- wie auch aus Zeugenperspektive. Dem Opfer gegenüber stünden Mobber (Täter) und schweigende Zeugen: letztere seien oft hin- und hergeris-sen und verharren aus Angst in ihrer passiven Zuschauerrolle. Urech forderte die teilnehmenden Jugendarbeiter/-innen auf, die verfestigten Rollen zu durchbrechen und die systematischen Angriffe zu unterbinden – durch das Integrieren des Opfers in die Grup-pe der Zeugen. Da sich das Opfer nicht aus eigener Kraft aus seiner Rolle befreien könne, brauche es nicht nur Beratung, sondern auch Verbündete und eine Stärkung des Selbstvertrauens.

Verantwortung wahrnehmen
An der Podiumsdiskussion beteiligten sich Azem Maksutaj, Schweizer Thaiboxer kosovo-albanischer Abstammung und Protagonist im Film «Being Azem»; Samuel Schmid, Pfarrer und Grossrat SVP-Fraktion Aargau; Esther Hollenstein, angehende Lehrerin, sowie Myriam Heidelberger Kaufmann, Geschäftsführerin Cevi Schweiz. Die Diskussion machte deutlich, dass Mobbingprävention früh einsetzt. Familien und Jugendverbände sind gefordert. Beide sollen laut Samuel mehr gestärkt werden. Oft scheint Respekt zu fehlen, so Azem. Für Esther ist es wichtig, sich der schlimmen psychischen Folgen auch von subtilem Mobbing bewusst zu sein und einzuschreiten. Laut Myriam müssten Leitende Zivilcourage zeigen, auch wenn das unbequem sei. Sie forderte mehr kantonale Gewaltprävention.
An World-Café-Thementischen konnten die Teilnehmenden selbst Stellung beziehen. Mit Experten unterhielten sie sich über Cybermobbing, sexuelle Grenzverletzung, Gruppendynamik, Intervention und Verhinderung durch Partizipation. Besonders gut kam das Kartenspiel «Mobbolo» an, in dessen Spielverlauf man sich durch Rollenzuweisungen mit Mobbing auseinandersetzen muss. Alle Teilnehmenden bekamen ein «Mobbolo» auf den Heimweg – damit die Sensiblisierung durch Debatten fortgesetzt werde und im persönlichen Umfeld Frucht trage.
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DANKE! Mit freundlicher Unterstützung von Migros-Kulturprozent, dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) und der kirchlichen Jugendarbeit der evangelisch-reformierten Landeskirchen der deutschen Schweiz (Koju). Produktesponsoring von adidas.
Autor: Felix Furrer     Bereitgestellt: 02.11.2011    
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