Das Internet weiss alles – oder zumindest vieles

Philipp Döbeli,
Filter-Bubble<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>cevi.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>3121</div><div class='bid' style='display:none;'>4653</div><div class='usr' style='display:none;'>4044</div>

Filter-Bubble

Weisst du, wie viele Spuren du im Internet hinterlässt? Manch einer würde staunen, was Internetkolosse wie Facebook und Google über uns wissen. Die Auswertung dieser Informationen und die Verwendung danach können uns dienen, aber auch aufhorchen lassen.
Versucht einmal folgendes aus: Tu dich mit einem Freund/Freundin zusammen und gebt beide an 2 verschiedenen Computern bei Google das Wort «Jugend» ein. Was erhält ihr für Resultate? Ist es nicht erstaunlich, dass ihr nicht dieselben Resultate erhält? Dasselbe passiert bei einem x beliebigen Wort. Ähnliches passiert bei Facebook. Die Werbung, welche auf deinem Profil unten rechts angezeigt wird, steht nicht zufällig da. Diese Werbung ist genau auf dich zugeschnitten. Google sowie Facebook haben sehr viele Informationen von dir und diese werden verwendet. Sie benutzen sogenannte Algorithmen, Berechnungsmodelle die nach gewissen Mustern suchen und diese erkennen. Es lohnt sich einmal durchzulesen, was für Informationen Facebook von dir erhält: www.facebook.com/about/privacy/your-info.

So sind auch die Statusmeldungen, die du angezeigt bekommst nicht zufällig. Facebook wertet deine Daten aus und verwendet sie. Ignorierst du eine Person, erscheint er/sie mit der Zeit nicht mehr.
Eli Parker, ein Internet-Aktivist, hat ein Buch darüber geschrieben. Er nennt das Phänomen „Filter bubble“. Mehr dazu später.

Chancen

Massgeschneiderte Werbung zu erhalten hat durchwegs ihre Vorteile. „Wenn schon Werbung dann wenigstens solche die mich eventuell noch interessieren könnte“ mag sich mancher denken. Hat man bei Facebook den Ortungsdienst aktiviert, kann es sein, dass man Werbung von Restaurants oder Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, wo man sich befindet, erhält. Man kann so von Aktionen profitieren oder wird aufmerksam gemacht, was um einen herum vorhanden ist.
Angenommen ich bin ein Fan von guter Fotografie und suche bei Google regelmässig nach guten Bildern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, wenn ich beispielsweise Berlin eintippe, Bilder auf der ersten Ergebnisseite erscheinen. Mein Freund hingegen erhält keine Bilder, sondern nur Seiten von Autogaragen, weil er in der Vergangenheit oft nach Autogaragen in Städten suchte.

Gefahren

Das Phänomen „filter bubble“ birgt auch einige Gefahren. So kann es sein, das einem sehr wichtige und relevante Informationen verborgen bleiben, nur weil man in der Vergangenheit nicht danach gesucht hat. Parker erwähnt in seiner TED Ansprache jemanden, der während des arabischen Frühlings das Suchwort «Ägypten» eingab und keinen einzigen Eintrag über die dazumal aktuellen Ereignisse erhielt.

Zudem kann einem auch einfach die Ungewissheit, wie viele Informationen bekannt sind resp. zusammen kombiniert werden können, negativ aufstossen. Manche mögen sich überwachst und (indirekt) bedrängt vorkommen. Der amerikanische Geheimdienst baut derzeit in Utah, eines der grössten Daten-Auswertungszentren. Auf Wikipedia ist zu lesen, dass die CIA beispielsweise eine eigene Abteilung besitzt, die zuständig ist für die Sammlung und Auswertung von öffentlich zugänglichen Daten (http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source_Intelligence).

Ob man soweit gehen kann und «Daten» das Öl vom einundzwanzigsten Jahrhundert nennen kann, sei einmal dahin gestellt. Auf jeden Fall aber darf man den Umgang und die Konsequenzen damit nicht unterschätzen.

Für Personen, die sich zu einem gewissen Grade schützen möchten empfehlen wir das Merkblatt Facebook sowie die 10 Schritte von Eli Parker (http://www.thefilterbubble.com/10-things-you-can-do).
Autor: Felix Furrer     Bereitgestellt: 25.04.2012