Der Cevi Schweiz leistet Gewaltprävention am UNO-Tag der Kinderrechte

 <div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>cevi.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>2910</div><div class='bid' style='display:none;'>4032</div><div class='usr' style='display:none;'>4044</div>

Rund 130 Menschen aus Schweizer Jugend- und Sportverbänden trafen sich am vergangenen Samstag, den 20. November 2010, in Zürich zur Cevi-Konferenz unter dem Titel: «Häsch Problem, Mann?!» Die Zusammenfassung ist nun online.
Download der Zusammenfassung
Nach dem einleitenden Fachreferat von Friedencoach und J+S-Experte Urs Urech sowie einem Podiums-Gespräch diskutierten die Teilnehmenden mit Experten Ansätze, wie sie in der Kinder- und Jugendarbeit Mobbing eindämmen und Gewaltfreiheit fördern können. Hinschauen, Mobbing erkennen und unterbrechen, heisst das Fazit.

Wahrnehmen, ansprechen, eingreifen und begleiten
Die Konferenz legte einen Grundstein zum mobbingfreien Umgang im Freizeitbereich von Kindern und Jugendlichen. Friedencoach Urech forderte die Teilnehmenden zum selbstkritischen Nachdenken heraus: Was macht mich gewalttätig? Wie fühle ich mich als Zeuge? Was brauchen Opfer? Urech verdeutlichte die fatale Innensicht der Opfer: «Alle sind gegen mich.» Deshalb sei es wichtig, die Mobbingdynamik zu verstehen – sowohl aus Täter-, Opfer- wie auch aus Zeugenperspektive. Dem Opfer gegenüber stünden Mobber (Täter) und schweigende Zeugen: letztere seien oft hin- und hergeris-sen und verharren aus Angst in ihrer passiven Zuschauerrolle. Urech forderte die teilnehmenden Jugendarbeiter/-innen auf, die verfestigten Rollen zu durchbrechen und die systematischen Angriffe zu unterbinden – durch das Integrieren des Opfers in die Grup-pe der Zeugen. Da sich das Opfer nicht aus eigener Kraft aus seiner Rolle befreien könne, brauche es nicht nur Beratung, sondern auch Verbündete und eine Stärkung des Selbstvertrauens.

Verantwortung wahrnehmen
An der Podiumsdiskussion beteiligten sich Azem Maksutaj, Schweizer Thaiboxer kosovo-albanischer Abstammung und Protagonist im Film «Being Azem»; Samuel Schmid, Pfarrer und Grossrat SVP-Fraktion Aargau; Esther Hollenstein, angehende Lehrerin, sowie Myriam Heidelberger Kaufmann, Geschäftsführerin Cevi Schweiz. Die Diskussion machte deutlich, dass Mobbingprävention früh einsetzt. Familien und Jugendverbände sind gefordert. Beide sollen laut Schmid mehr gestärkt werden. Oft scheint Respekt zu fehlen, so Maksutaj. Für Hollenstein ist es wichtig, sich der schlimmen psychischen Folgen auch von subtilem Mobbing bewusst zu sein und einzuschreiten. Laut Heidelberger müssten Leitende Zivilcourage zeigen, auch wenn das unbequem sei. Sie forderte mehr kantonale Gewaltprävention.
An Thementischen konnten die Teilnehmenden selbst Stellung beziehen. Mit Experten unterhielten sie sich über Cybermobbing, sexuelle Grenzverletzung, Gruppendynamik, Minderheiten und Verhinderung durch Partizipation. Besonders gut kam das Kartenspiel «Mobbolo» an, in dessen Spielverlauf man sich durch Rollenzuweisungen mit Mobbing auseinandersetzen muss. Alle Teilnehmenden bekamen ein «Mobbolo» auf den Heimweg – damit die Sensiblisierung durch Debatten fortgesetzt werde und im persönlichen Umfeld Frucht trage.
Kontakt Projektleiter:
Autor: Felix Furrer     Bereitgestellt: 25.11.2010    
aktualisiert mit kirchenweb.ch     Impressum     Disclaimer