Horyzon – Power to the young people
von Felix Furrer Cevi CH
Horyzon ist die Schweizer Entwicklungsorganisation für Jugendliche. Die Stiftung Horyzon und ihre Partnerorganisationen arbeiten in einem weltweiten, interdisziplinären Netzwerk von der Entwicklungszusammenarbeit. Wie sie das machen? Wir haben mit Chiara Borner gesprochen. Sie ist seit März 2025 Geschäftsleiterin von Horyzon.
Wie entstand Horyzon?
Horyzon wurde 1969 von Cevianer:innen als gemeinnütziger Verein gegründet. Das Ziel war von Anfang an, Jugendliche weltweit zu unterstützen und die Vernetzung mit dem internationalen Cevi (YMCA & YWCA) zu fördern. 2009 wurde Horyzon in eine Stiftung umgewandelt und ist seither eine Mitgliedorganisation des Cevi Schweiz. Horyzon arbeitet nach wie vor nach dem Grundsatz, junge Menschen im Globalen Süden zu unterstützen und zu befähigen, damit sie bessere Zukunftsperspektiven haben.
Was macht Horyzon genau?
Horyzon unterstützt Jugendliche, die von Armut, Gewalt und Ausgrenzung betroffen sind. Aktuell sind wir in Kolumbien, Haiti, Palästina, Uganda, Togo und Nepal tätig. Die Projekte drehen sich hauptsächlich um die Themen Bildung, Gesundheit und Menschenrechte. Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Unterstützung, sondern um eine langfristige Entwicklung der Jugendlichen nach dem Prinzip «Hilfe zur Selbsthilfe»: Die Projektteilnehmenden eignen sich Wissen an und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Ihre Erfahrungen und das Erlernte geben sie dann an Menschen in ihrem Umfeld weiter und fungieren gleichzeitig als Vorbilder für jüngere Kinder.
Kannst du uns ein konkretes Projekt vor Ort nennen?
Gerne: Unser Haiti-Projekt «Espace sûr» unterstützt Mädchen und junge Frauen aus Pétion-Ville, einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince. Im Horyzon-Jugendzentrum erhalten sie Nachhilfeunterricht sowie die Möglichkeit, Lerninhalte nachzuholen, falls die Schulen wie so oft aufgrund der angespannten Sicherheitslage geschlossen bleiben. Zudem bietet das Zentrum Schulungsprogramme an, die Kompetenzen in den Bereichen Recht, Finanzwesen und Gesundheit vermitteln. Diese Lehrgänge befähigen die jungen Frauen, selbstbewusst und informiert im Berufsleben Fuss fassen zu können. Ein Beispiel dafür ist Indeed Gabriel (siehe Foto), die das Programm erfolgreich absolviert hat und ihr Wissen nun an Freundinnen und Bekannte weitergibt.
Wo liegen euer grössten Herausforderungen?
Wir werden vollumfänglich durch Spenden finanziert – von Privatpersonen, aber auch von Institutionen und der öffentlichen Hand. Doch die Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit in der Schweiz sind stark rückläufig: Das Parlament hat sie für 2025 um rund 110 Millionen Franken gekürzt. Das bekommt auch Horyzon zu spüren. Derzeit ist unsere grösste Herausforderung, die Planungsunsicherheit und die Entwicklung von neuen Finanzierungsstrategien.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Der Alltag im Horyzon-Büro ist äusserst abwechslungsreich und oft dynamisch: An manchen Tagen stehen strategische Aufgaben, Teamabstimmungen und der Austausch mit internationalen Partnerorganisationen im Vordergrund, während an anderen Tagen Meetings mit unseren Geldgebenden oder innerhalb des Cevi-Netzwerks stattfinden. Operative Themen wie die Weiterentwicklung von Projekten und Kommunikationsmaterial finden in Zusammenarbeit mit dem Team statt. Zwischendurch gehören Krisenmanagement, die Vertretung der Organisation nach aussen sowie Abstimmungen mit Partner:innen in verschiedenen Zeitzonen zum Tagesgeschäft – stets mit dem Balanceakt zwischen langfristiger Strategie und kurzfristigen Herausforderungen.
Wie seid ihr organisiert?
Unser Team der Geschäftsstelle in Olten ist mit sechs Personen eher klein und wir haben flache Hierarchien. Unseren Rücken stärkt der Stiftungsrat mit acht Mitgliedern – viele davon sind aus dem Cevi. Lokale Mitarbeitende aus unseren Partnerorganisationen von YMCA und YWCA setzen die Aktivitäten vor Ort mit den Jugendlichen um. Sie kennen die Bedürfnisse der Bevölkerung und stehen in engem Kontakt mit den Projektteilnehmenden, wodurch eine Begegnung auf Augenhöhe stattfinden kann. Horyzon begleitet die Partnerorganisationen mit professionellem Fundraising, Projektüberwachung und Evaluationen.
Wie kann man mit euch in Kontakt treten?
Am besten erreicht man Horyzon per E-Mail unter info@horyzon.ch oder telefonisch unter 062 296 62 68. Zudem empfangen wir immer gerne auch persönlichen Besuch im Flörli (Florastrasse 21 in Olten), aktuell sind wir meist an Dienstagen und Donnerstagen vor Ort anzutreffen. Ihr seid herzlich willkommen, auf einen Kaffee vorbeizukommen!
Wie kann man euch unterstützen?
Wie erwähnt sind wir auf Spenden angewiesen – daher freuen wir uns sehr über jeden Beitrag. Ihr könnt aber auch mithelfen, indem ihr Horyzon weiterempfiehlt, an Kursen oder euren Familien von uns erzählt und das Horyzon-Magazin oder den Newsletter abonniert. Auch über eure Teilnahme an den Sponsorenläufen, an denen für Horyzon gesammelt wird, freuen wir uns: die nächsten finden am 20. September in Grabs und in Olten statt. Jede Unterstützung ist für uns wertvoll und trägt dazu bei, Jugendlichen im Globalen Süden weiterhin bessere Perspektiven zu ermöglichen.
Besten Dank für das Interview & weiterhin viel Freude und Erfolg in deiner Tätigkeit bei Horyzon.
Portrait Ciara Borner
Chiara hat im März 2025 die Geschäftsleitung von Horyzon übernommen. Die ausgebildete Geografin hat langjährige Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit, und bringt wertvolles Wissen im Projektmanagement und in der Organisationsentwicklung mit.
Mit ihrem Fachwissen und ihrer Expertise treibt sie die Arbeit von Horyzon weiter voran und setzt neue Impulse.
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