EMPOWERMENT FÜR JUGENDLICHE

von Felix Furrer

Mental gesund sein – was bedeutet das überhaupt?
Die psychische Gesundheit ist komplex und beinhaltet verschiedene Elemente wie zum Beispiel Wohlbefinden, Optimismus, Zufriedenheit, innere Ausgeglichenheit oder das Gefühl von Sinnhaftigkeit. Dabei müssen nicht alle diese Eigenschaften und Emotionen immer und in gleicher Weise vorhanden sein, um sich psychisch gesund zu fühlen. Die psychische Gesundheit lässt sich nicht einfach in „gesund" oder „krank" einteilen, sondern ist vielmehr als ein kontinuierlicher Balanceakt zu betrachten. Im Laufe des Lebens balancieren wir auf einem Seil und bewegen uns mal mehr und mal weniger in Richtung mental „gesund" oder „krank". Die mentale Gesundheit wird von verschiedenen Faktoren beeinfusst, wie zum Beispiel der sozialen Herkunft, dem persönlichen Lebensstil, traumatischen Erfahrungen oder der Unterstützung durch andere Menschen. Aktuell ist dieses Thema besonders relevant, da die Zahl der psychisch erkrankten Menschen in der Schweiz zunimmt. Jugendliche sind besonders anfällig für die Entwicklung psychischer Probleme, da sie mit einer Vielzahl von Veränderungen auf körperlicher, sozialer und emotionaler Ebene konfrontiert sind. Unter jungen Menschen haben Suizidgedanken, Depressionen und Angststörungen besonders zugenommen. Ich, Sarah Prosek, eine Cevianerin aus der Region Winterthur-Schaffhausen, untersuchte im Rahmen meiner Bachelorarbeit, wie der Cevi zur Förderung der psychischen Gesundheit Jugendlicher beiträgt. Ich befragte eine Expertin und verschiedene Mitglieder des Cevi.

Vereinsleben schon früh aktiv mitgestalten
Aktivitäten im Cevi stärken das Selbstvertrauen und die Selbstwahrnehmung von Jugendlichen. So sagt ein Studienteilnehmer: „In der Cevi kann man zu einen frühen Zeitpunkt schon viel selbst mitgestalten. Andere haben diese Möglichkeit im selben Alter noch nicht." Im Cevi über- nehmen schon 14- bis 15-jährige Jugendliche die Planung und Durchführung von Programmen. Dabei geben ältere Leitende den Jugendlichen schrittweise mehr Verantwortung. Viele wirken daneben in Organisationskomitees mit oder verwirklichen sich in der Leitung einer Ortsgruppe.

Probleme und Konflikte konstruktiv lösen
Durch die immerwährende Zusammenarbeit in einer Gruppe lernen Jugendliche im Team zu arbeiten, Konflikte konstruktiv zu bewältigen oder Lösungen für Probleme zu fnden. „Man lernt sich zu wehren, sich durchzusetzen und für sich einzustehen", sagt eine Studienteilnehmerin. Diese sozialen Fähigkeiten können Jugendliche auch in anderen Lebensbereichen, wie der Schule, anwenden.

Langfristige und verlässliche Beziehungen knüpfen
Im Cevi arbeiten junge Menschen so über mehrere Jahre hinweg an ihren Projekten und wachsen gemeinsam auf. Sie bauen gegenseitiges Vertrauen auf und knüpfen verlässliche Beziehungen, die sich langfristig positiv auf ihre psychische Gesundheit auswirken.

Der Cevi ist ein Ort der Gemeinschaft und der persönlichen Entwicklung, in dem Jugendliche ihre Fähigkeiten erweitern, sich ausprobieren, Fehler machen und dar- aus lernen können - eine wertvolle Lektion fürs Leben.

 

Kontaktangaben und Zusatzinformationen
Quelle: Bachelorarbeit von Sarah Prosek Studiengang: BSc Gesundheitsförderung und Prävention, ZHAW, Departement Gesundheit

Begleitete Lehrperson: Verena Biehl, Dozentin im BSc Gesundheitsförderung und Prävention, ZHAW Kontaktangaben: sarah.prosek@gmx.ch

 

Sarah Prosek v/o Amarena ist gelernte Kauffrau und schloss im Sommer ihr Bachelorstudium in Gesundheitsförderung und Prävention an der ZHAW ab. Sie absolvierte letztes Jahr ihr Praktikum beim Cevi Schweiz und war vor allem für die Prävention sexueller Ausbeutung zuständig. Darüber hinaus setzte sie sich für weitere Themen wie die Förderung der psychischen Gesundheit im Verband ein. Sarah ist seit fast 16 Jahren im Cevi und aktive Leiterin in der Abteilung Seen der Region Winterthur-Schaffhausen.

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